Feenstaub & Konfetti

Liebevoll Grenzen setzen: 7 Regeln

Liebevoll Grenzen setzen: 7 Regeln

Kurz vor Weihnachten sind die Kleinen eigentlich durchgängig nervös und ungeduldig.  Puhh, momentan ist sicher auch bei euch viel los, oder? Doch was hilft, um den hektischen Alltag zu strukturieren und wieder zu einem entspannten Miteinander zurückzukehren? In unserem neusten Blogbeitrag haben wir für euch die besten Familienregeln zusammengestellt, die Klein und Groß in turbulenten Zeiten  Orientierung geben. Die gelten natürlich nicht nur für die aufregende Vorweihnachtszeit, sondern sind auch den Rest des Jahres eine prima Hilfe.

# Warum sind Regeln wichtig für ein harmonisches Zusammenleben?

Familienregeln? Das hört sich zunächst eher nach dem strengen Fräulein Rottenmeier von Heidi und eingeschränktem Freiraum an. Doch tatsächlich profitieren Eltern und Kinder gleichermaßen von ein paar „festen Regeln“. Sie geben euren Kindern vor allem eins: mehr Sicherheit und Orientierung im Alltag! Gerade kleine Kinder wissen dann, wo ihr Platz in der Familie ist. Die Regeln stärken das Selbstwertgefühl der Kinder und machen sie belastbarer in Konfliktsituationen. Zudem vermitteln sie das „Rüstzeug“ für das echte Leben, denn die Regeln für die Familie fördern die soziale Kompetenz des Kindes. Ein wichtiger Baustein, um sich später in unserer Gesellschaft zurechtzufinden.

Wichtig: der Rahmen, den ihr für ein entspanntes Zusammenleben vorgibt, gilt für alle Familienmitglieder – und das ohne Ausnahme! So fühlen sich eure Kinder ernst genommen und die Familienregeln sind fair aufgestellt.

# Verhandelbare oder feste Regeln, was ist besser?

Sicher müssen Familienregeln nicht in Stein gehauen sein. Am Ende müssen sich alle aus der Familie mit den vereinbarten Regeln wohlfühlen. Es gibt jedoch ein paar Regeln, die den festen Rahmen bilden, wie zum Beispiel „Niemand wird ausgelacht oder in unserer Familie lügen wir nicht!“. Sie sind situationsunabhängig und sollten langfristig beibehalten werden. Oft sind mit ihnen individuelle Haltungen der Familie und bestimmte Werte verbunden. Ihr könnt diese „festen Regeln“ dann einfach um ein paar flexible Familienregeln erweitern, die je nach Alltagssituation angepasst werden. Einige Regeln gelten dann nur am Wochenende oder beim Besuch der Großeltern, wie zum Beispiel das Naschen von Süßigkeiten oder Bettgeh- und Fernsehzeiten. Die Kinder verstehen schnell, wann und wo diese Ausnahmen gelten. Zu viele Sonderfälle sollten es natürlich nicht werden. Vielleicht möchtet ihr die Regeln an einer Stelle in eurem Zuhause aufhängen, an der sich das Familienleben abspielt?

# Unsere Top 7 für einen entspannten Familienalltag

Regel 1: Wir gehen respektvoll miteinander um und hören uns gegenseitig zu.

Kinder haben viel zu berichten und zu erzählen. Als Eltern sollten wir sie ausreden lassen und nicht ungeduldig unterbrechen. Gerade für kleinere Geschwister ist es nicht immer leicht sich Gehör zu verschaffen, wenn Bruder oder Schwester ständig dazwischen blubbern. Ausreden lassen ist respektvoll und zeigt Wertschätzung.

Regel 2: Wir genießen die Zeit, die wir miteinander verbringen.

Job und lange Kita-Tage lassen nur noch wenig Zeit unter der Woche zum gemeinsamen Spielen, Kuscheln und Toben. Umso wertvoller ist das Beisammensein am frühen Abend, auch um sich auszutauschen. Fragen könnten sein: Was war heute besonders spannend und aufregend? Gab es Streit oder wurden vielleicht neue Freundschaften geschlossen? Was unternehmen wir am Wochenende?

Regel 3: Jeder besitzt eigene Dinge und kann sich auf Wunsch zurückziehen.

Für ein harmonisches Familienleben ist es wichtig zu wissen, dass Schwester, Mama und Papa Dinge besitzen, die nicht für jeden zugänglich sind. Das kann die Hand- oder Arbeitstasche sein, ein Tagebuch oder besondere Kuscheltiere und Spielsachen. Wenn ein Familienmitglied einmal vom Trubel seine Ruhe haben möchte, sollten das alle akzeptieren und nicht weiter stören.

Regel 4: Wir entschuldigen uns nach einem Streit und verzeihen Fehler.

Ob innerhalb der Familie oder mit anderen: Konflikte sollten gewaltfrei und möglichst zeitnah gelöst werden. Sich für sein Fehlverhalten zu entschuldigen und nicht ewig nachtragend zu sein, ist ein besonders wichtiger Baustein für ein gutes Sozialverhalten. Verhaltensmuster, die Kinder schon von klein auf verinnerlichen und fürs Leben abspeichern.

Regel 5: Wir sagen Bitte-Danke und sind ehrlich zueinander.

Eigentlich selbstverständlich: Ehrlichkeit in der Familie ist die solide Basis für alles. Nur wenn ihr euren Kindern vertrauen könnt, dass ihre erzählten Erlebnisse tatsächlich wahr sind, wächst der Zusammenhalt in der Familie. Freundlichkeit und sich für Hilfe oder ein Geschenk zu bedanken sind ebenfalls unersetzlich fürs spätere „real life“.

Regel 6: Wir helfen einander und halten uns an Versprechen.

Dem kleinen Bruder beim Anziehen helfe, Mama die Küchenrolle nach dem Einkauf reintragen oder den Müll rausbringen: selbst kleine Kinder können schon im Haushalt mithelfen. Und lernen dabei: das ganze Drumherum fällt nicht einfach vom Himmel und jeder in der Familie ist gleich wichtig. Versprochen ist versprochen: gilt nicht nur für die Kleinen! Auch selbst immer wieder dran denken!

Regel 7: Am Esstisch benehmen wir uns.

Um nicht jedes Mal aufs Neue (genervt) darauf hinweisen zu müssen, könnt ihr das Verhalten am Tisch in dieser Regel festlegen: im Grunde geht es einfach darum, bei Tisch nicht unnötig rumzuzappeln, nicht zu schmatzen, nur so viel auf den Teller zu laden, wie auch gegessen wird und sich einen guten Appetit zu wünschen! Schon Zweijährige können sich diese Regeln mit der Zeit gut einprägen und einem entspannten Besuch im Restaurant steht so auch nichts mehr im Weg.

Habt ihr Familienregeln und wenn ja, welche klappen gut und weniger gut im Alltag? Wir freuen uns über eure Erfahrungsberichte!


Schreibe einen Kommentar